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Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 22. August 2016
ISBN-10: 3453265904
Die 13-jährige India lebt mit ihren
Hippie-Eltern und ihrem Bruder Che in der bürgerlichen Umgebung
einer süddeutschen Kleinstadt. Intelligent und mit spöttischem
Scharfblick betrachtet sie die Welt der Erwachsenen und durchschaut
deren Lebenslügen. Ihr Nachbar, ein Musiklehrer, überredet sie zu
Klavierstunden und entdeckt ihre große musikalische Begabung.
Während ihre Eltern mit einer Ehekrise beschäftigt sind und Che in
die Kriminalität abzudriften droht, entsteht zwischen India und
ihrem Lehrer eine einzigartige Verbindung, getragen von der Liebe zur
Musik. Doch in einem einzigen Moment zerstört er ihr Vertrauen, und
India steht vor einer furchtbaren Entscheidung: Ihr Geheimnis
öffentlich zu machen – oder für immer zu schweigen.
Autor
Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als
TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. Traumfrau
mit Nebenwirkungen, Am Anfang war der Seitensprung, Der Mann von
nebenan, Liebes Leid und Lust und Rosannas Tochter wurden
erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie
verschiedene Auszeichnungen, darunter den »Deutschen
Jugendliteraturpreis«. Zusammen mit ihrem Mann Peter Probst schrieb
sie den Sachbuch-Bestseller Verliebt, verlobt – verrückt?. Bei
Heyne erschien zuletzt der Roman Traumfrau mit Lackschäden. Die
Autorin lebt mit ihrer Familie in München.
Der Einband ist eine regelrechte
Farbexplosion. Auf dem leicht strukturierten, weißen Hintergrund
sieht man Wasserfarben, die in einer großen Farbwolke zu
verschmelzen scheinen. Von Blau über Grün, Rot und Pink bis hin zum
leuchtenden Gelb ist alles vertreten und bildet sowohl auf der
Vorder- als auch auf der Rückseite tolle Farbverläufe. In großen
Lettern ist der Autorenname in Schwarz, der Titel des Buches in Weiß
direkt auf dem Farbfeld gedruckt. Mich erinnerte es im ersten Moment
daran, wie es sein muss ein Holi-Festival von oben zu sehen, wenn all
die Farbpulver zusammenkommen und sich etwas neues, einzigartiges
bildet.
Tief in den 70er Jahren taucht der
Leser in die Welt der 13-Jähriegen India ein, ein Mädchen, das ihre
Umwelt sehr detailliert wahr nimmt und den Leser stark daran
teilhaben lässt.
Zunächst einmal kann ich sagen, das
ich dieses Jahrzehnt selber nicht miterlebt habe, mich aber durch die
authentische Darstellung im Buch gut darin hineinversetzen konnte und
das wiedergefunden habe, was ich aus Filmen und Erzählungen dieser
Zeit schon kannte. Das 70´s-Feeling auf diese Weise mitzuerleben hat
mir wirklich Freude bereitet
India ist eine wunderbare
Protagonistin. Sie ist nahbar, authentisch und man hat von Anfang an
das Gefühl sie schon ewig zu kennen. Sie ist klug, witzig und
hinterfragt ihre Umgebung und vor allem die Menschen darin sehr
kritisch und ironisch. Sie macht eine realistische Entwicklung mit
und wirkt alleine oder auch im Zusammenhang mit anderen Charakteren
wie ihrer Familie, ihrer Freundin und so weiter nicht inszeniert.
Verpackt in einer guten Geschichte mit
einem Augenzwinkern hier und da erlebt man die Problematik der 70er
mit, wie es ist wenn die Eltern sich auf Sinn-suchenden Pfaden
befinden und man als Kind andere Bedürfnisse hat.
Der Erzählstil ist locker und der
Zielgruppe angemessen. Obwohl man hier eine junge Protagonistin
vorfindet, ist das Buch nicht jugendlich geschrieben. Ehr so, als
würde die heutige, ältere India sich zurückerinnern und den Leser
auf eine Reise in ihre Vergangenheit mitnehmen. Amelie Fried schreibt
einfühlsam und detailverliebt, ohne dabei kitschig oder übertrieben
zu wirken. Das gefällt mir besonders an diesem Buch.

„Ich fühle was, was du nicht fühlst“
ist das richtige für einen verregneten Sonntag auf dem Sofa, ein
Buch, das man einfach genießen kann, weil ungeschönt und ehrlich
daher kommt und ohne Kitsch eine Geschichte erzählt, die ans Herz
geht.  
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