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Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
Verlag: Europa Verlag
Erscheinungstermin: 23. November 2018
ISBN-10: 3958902324

Raeseng ist Killer von Beruf, seit ihn Old Raccoon als Kind bei sich aufnahm und ausbildete. Aufgewachsen an einem geheimen Rückzugsort in Seoul, einer Bibliothek voller alter Bücher, gehört er zur Killer-Elite Koreas. Denn Old Raccoon ist ein Plotter. Als Kopf der Organisation »Library of Dogs« hat er seit Jahrzehnten alle politisch gewollten Exekutionen in Korea geplant. Doch als die Macht der Diktatur schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken – und eine neue Generation beginnt, ihr eigenes tödliches Netzwerk aufzuziehen. Als Raeseng vom Plan der Plotter bei der Ausführung eines Auftrags abweicht, geraten die Dinge außer Kontrolle – und Raeseng rückt selbst an die erste Stelle der Todesliste

Un-Su Kim, geboren 1972 in Busan, Korea, hat in seiner Heimat mehrere Literaturpreise gewonnen, darunter den renommierten Mumhakdongne Preis. Mit Die Plotter, seinem ersten Kriminalroman, ist ihm auf Anhieb ein Werk gelungen, das Zeichen setzt – nicht nur in Korea. Die internationale Krimiszene feiert ihn schon jetzt als den »koreanischen Henning Mankell«.

Clean betrachtet ist das Cover schwarz mit einer weißen Blume mittig auf dem Cover und Weißer Blockschrift. Erstmal nichts spektakuläres. Was man doch mit einigen Blutspritzern daraus gemacht hat, ist Thrillertypisch und in meinen Augen sehr ansprechend. Ich mag das „perfekte“ der Blüte und das Blut darauf, was neugierig darauf macht, wo es herkommt.
Dazu hat der Buchschnitt hier auch einige Spritzer abbekommen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe gestaltete Buchschnitte.

Einen spannenden Thriller in einem für mich leserlich noch unbekanntem Terrain Südkoreas erwartend hab ich mich in „Die Plotter“ gestürzt.

Der Anfang war großartig. Man lernt Raeseng kennen. Einen Killer, der seine Aufträge von den anonymen Plottern erteilt bekommt, die er selber nicht kennt. Als Leser begleitet man ihn zu seinen Opfern, erlebt, wie kaltblütig er mit ihnen isst und Zeit verbringt bevor er zur Tat schreitet.

Als da jedoch etwas nicht so läuft wie geplant ist er auf einmal die Zielscheibe.

Jetzt hätte es so richtig losgehen können mit der Jagd bzw. der Flucht. Ich habe schon die Kugeln fliegen und das Blut spritzen sehen.

Leider kamen viele Gedankenspiele und aufgezählte Möglichkeiten, die an sich gut erzählt waren und auch im Lesefluss angenehm wirkten, jedoch war die Kluft zwischen dem Erwarteten und dem was ich vorgefunden habe so groß, das mich das Buch mit zunehmender Seitenzahl eher enttäuschte.

Raeseng ist interessant und man lernt ihn im Laufe des Buches sehr gut kennen und unter anderen Erwartungen hätte mich dies auch absolut unterhalten.

Bekommt man jedoch ein Buch, das über und über mit Blutspritzern versehen ist und das mit so einem Klappentext um die Ecke kommt, erwartet man einfach keinen Roman über den Werdegang einer Person.

Sprachlich kann ich an dem Buch keinen Kritikpunkt finden. Es ist toll geschrieben und mir gefällt die Art, wie mit Worten gespielt und Stimmung eingefangen wird. Dieser intensive Schreibstil hätte mir -auch wenn ich mich hier wiederhole- in einem blutigen, hochspannenden Thriller vermutlich noch um Längen besser gefallen.

Leider fällt für mein Empfinden der Spannungsbogen am höchsten Punkt nahezu komplett ab. Man findet einen netten Roman statt einem blutigen, hochspannenden Thriller.

Dennoch sprachlich top und wirklich interessant geschrieben.

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