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Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Erscheinungstermin: 12. September 2016
ISBN-10: 3421047138
Darf man für ein Gemälde töten?
Annie
McDee ist nach London gezogen, um nach der Trennung von ihrem
langjährigen Freund einen Neuanfang zu wagen. Eines Tages kauft die
junge Köchin in einem Trödelladen ein verstaubtes kleines Gemälde,
nicht ahnend, dass dieses Bild nur wenige Monate später die
internationale Kunstwelt in helle Aufregung versetzen wird.
Schwerreiche russische Oligarchen, Staatspräsidenten, die Gattin
eines Ölscheichs und ein Gangster-Rapper werden vor dem
altehrwürdigen Auktionshaus Monachorum & Sons Schlange stehen,
um den »Verkauf des Jahrhunderts« für sich zu entscheiden. Doch
auch Annies Leben wird durch ihren Zufallsfund auf den Kopf gestellt.
Denn unversehens gerät sie ins Zentrum der dunklen Machenschaften
skrupelloser Kunsthändler, die zu allem bereit sind, damit ein gut
gehütetes Familiengeheimnis nicht ans Tageslicht kommt …
Autor
Hannah Rothschild, 1962 geboren,
entstammt der berühmten Bankiersfamilie und arbeitet als Autorin und
Filmregisseurin. Sie schreibt u.a. für Vanity Fair, The New York
Times, Harper’s Bazaar und Vogue. Der Kunstbetrieb, in dem ihr
Romanerstling spielt, ist ihr aufs Beste vertraut, da sie sich seit
vielen Jahren in den Kuratorien renommierter Museen wie z. B. der
Tate Gallery engagiert. Seit 2015 steht sie als erste Frau dem Board
der National Gallery vor. Bisher liegt auf Deutsch nur ihre Biografie
über ihre Großtante Nica Rothschild vor, „Die Jazz-Baroness“
(2013). „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ war nominiert für
den Baileys Women’s Prize for Fiction und wurde mit dem Bollinger
Everyman Wodehouse Prize for Comic Fiction ausgezeichnet. Das Buch
erscheint in rund zehn Ländern und hat in der englischsprachigen
Welt Leser wie Kritiker begeistert.

Es ist so schlicht und doch so hübsch.
Ganz in Gold und Weiß gehalten, mit diesen barock anmutenden
Schnörkeln. Ich bin großer Verfechter von schönen
Schutzumschlägen, aber dieses Buch sieht ohne fast noch besonderer
aus. Da ist es vollkommen mit einem schimmernden Goldton überzogen,
der das darauf fallende Licht wunderschön bricht. Lediglich der
Autorenname und der Titel des Buches sind in Weiß auf seinen Rücken
gedruckt. Die deutsche Version des Covers gefällt mir sogar um
Welten besser als die amerikanische, wobei diese schon mehr Hinweise
auf die Thematik des Buches gibt, als das deutsche Buchcover mit dem
Pinsel und der Farbpalette, die sich unter dem Titel befindet.

In „Die Launenhaftigkeit der Liebe“
geht es um ein fiktives Gemälde mit selben Namen, das von einem
realen Maler geschaffen wurde. Der Franzose Antoine Watteau malte zu
Beginn des 18. Jahrhunderts Bilder einer neuen Gattung und in diesem
Roman wird vorgegeben, das Titel gebende Stück wäre das erste
seiner Art von Watteau, welches in vergangenen Jahrhunderten durch
die Hände verschiedener Königshäuser und Päpste gegangen ist, bis
es letztendlich lange Zeit für verschollen galt.
Als Protagonistin Annie eben dieses
Gemälde in einem Londoner Trödelladen entdeckt ahnt sie nicht,
welchen Schatz sie da in der Hand hält. Erst als ihre Mutter sie
dazu drängt sich nähr mit dem Bild zu befassen kommt sein Wert ans
Licht.
Als dieses dann in einer Auktion
versteigert werden soll zieht es das „Who-is-Who“ auf das
Spielbrett: Kunsthändler, Historiker, Exil-Russen und Menschen, die
alles tun würden, damit ihr Familiengeheimnis, welches mit dem Bild
verbunden ist nicht aufgedeckt wird.
Neben der Geschichte um das Werk
Watteau´s gibt es noch weitere Handlungsstränge, die eine große
Rolle in diesem Buch spielen. So gibt es das Zerwürfnis mit der
alkoholkranken Mutter, die Liebesgeschichte, die sich noch einen
Platz gesichert hat und fast nebenbei fügen sich noch
kunstgeschichtliche und kulinarische Ergänzungen in diese
Verflechtung mit ein. So interessant ich auch diese verschiedenen
Aspekte finde, so ist es mir an manchen Stellen doch etwas zu viel
des guten, da ein Ereignis scheinbar das nächste jagt, was zwar auf
der einen Seite keine Längen mit sich bringt, auf der anderen aber
auch keine Pause von den vielen Eindrücken gibt. Noch dazu werden
scheinbar einige dieser Handlungsstränge meiner Meinung nach nicht
zu genüge auserzählt.
Allerdings sind die einzelnen Punkte,
besonders die künstlerischen und kulinarischen, wunderbar
beschrieben. Man bekommt als Leser einen guten Eindruck von dem
Gemälde, den Gerichten und erfährt so jedes Mal eine kleine
Sinneswanderung.
Der Schreibstil ist dem Buch angemessen
gewählt. Nicht zu locker, aber auch nicht zu steif schreibt
Rothschild die Geschichte nieder. Was mich in meinem Lesefluss
allerdings anfangs sehr störte war das man zwischendurch immer
wieder Passagen hat, die aus der Sicht des Gemäldes geschrieben
wurden. Natürlich ist dies eine tolle Möglichkeit seinen Werdegang
mitzuerleben und so auch einen Blick quasie „von außen“ auf die
gegebene Situation zu werfen, dennoch passte das Bild mit Bewusstsein
für mich in diese Art Roman nicht hinein.

„Die Launenhaftigkeit der Liebe“
ist ein großartiges Buch, das neben der eigentlichen Geschichte
viele lesenswerte Aspekte mit sich bringt. Ich hätte mir nur
gewünscht, das die vielen Handlungen und Eindrücke durch einige
Seiten mehr ein wenig entzerrt würden, kann es aber jedem empfehlen,
der Interesse an Kunst oder Dramen – einfach an vielschichtigen
Geschichten hat und gerne in bildhaften Beschreibungen schwelgt. 
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