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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Erscheinungstermin: 8. September 2014
ISBN-10: 3813506169
Ein Millionenpublikum liebt Jane
Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die
Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete
Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und
Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah
über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch
nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die
Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth
Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern,
nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen
Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer
Sprengkraft.

Jo Baker erzählt Jane Austens bekanntesten
Roman von einer ganz anderen Seite: der der Dienstboten. Und zeigt,
dass deren Dramen jenen der Herrschaften in nichts nachstehen.

Autor
Jo Baker wurde in Lancashire geboren
und studierte an der Oxford University und der Queen’s University
in Belfast, wo sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte.
Seither veröffentlichte sie fünf Romane, die ihr in der Presse viel
Lob einbrachten. Mit „Im Hause Longbourn“ gelang ihr der
internationale Durchbruch. Jo Baker lebt mit ihrer Familie in
Lancaster.
Das Cover vermittelt mit seinem
19-Jahrhundert-Charme einen guten Eindruck von dem Inhalt des Buches.
Die wohlhabende Frau kehrt dem Leser den Rücken zu, während man
direkt auf das Dienstmädchen blickt, das im Dunklen in der Tür
steht. Allgemein ist es unaufgeregt, doch man fühlt sich direkt in
die Zeit versetzt und hat Lust das Buch zu lesen.
Die Idee, Austen´s „Stolz und
Vorurteil“ aus der Sicht der Dienerschaft zu erzählen fand ich
großartig. Normalerweise bin ich kein Freund davon, die gleiche
Story noch einmal aus anderer Sicht zu lesen, aber in diesem Falle
dachte ich, könnten allein durch den gesellschaftlichen Unterschied
der Erzählweise tolle neue Eindrücke entstehen. Nicht zuletzt, weil
ich eben diesen Unterschied in der Serie „Downton Abbey“ sehr
geschätzt und mir hier etwas ähnliches erhofft habe.
Ich wurde nicht enttäuscht. Man erlebt
hier nicht den schnöden Abklatsch der selben Geschichte, sondern
erlebt die Zeit,durchzogen mit eigenen Problemen, Höhen und Tiefen
neuer Charaktere auf eine ganz neue Art und Weise. Durch den
Arbeitsalltag im Hause bekommen die Angestellten und somit auch der
Leser viel von den Herrschaften, also den Bennets, mit. Sie lernen
mit ihren Befindlichkeiten umzugehen und als Leser spickt man so
immer wieder auf „Stolz und Vorurteil“ und zieht zeitliche
Parallelen, was ich als sehr interessant empfunden habe.
Man lernt deutlich die Kehrseite der
schönen, heilen Welt, wie sie in Büchern und Verfilmungen der
Gesellschaft zumeist dargestellt wird, kennen. Wie viel Arbeit es für
das Personal eines solchen Hauses war alles aufrecht zu halten.
Ungeschönt werden Themen wie blutige oder verbrannte Hände, Dreck
und Gestank sowie der lange Arbeitsalltag thematisiert und lassen das
Buch sehr plastisch und authentisch wirken.
Mit viel Gefühl für die emotionale
Darstellung wird das Leben des Hausmädchens Sarah beleuchtet. Ein
unverheiratetes, junges Mädchen, das in diese gesellschaftliche
Ebene hineingeboren ist und sich aufgrund ihrer Intelligenz erhofft
aus diesem Kreis der harten körperlichen Arbeit und der Monotonie
auszubrechen.
Auch was Schreibstil und Wortwahl
Baker´s angeht, fehlt mir nichts, um mich in die damalige Zeit
hineinversetzen zu können.
Als Leser fühlt man sich wohl und gut
aufgehoben, da hier nicht mit hochgestochenen oder aufgesetzt
wirkender Wortwahl um sich geworfen wird. Es wirkt echt und lebendig
– was viel Freude beim lesen vermittelt.

Für mich ist die Idee des Buches „Im
Hause Longbourn“ eine grandiose Erweiterung von „Stolz und
Vorurteil“, die nahtlos und ohne sich gegenseitig in die Quere zu
kommen aufeinander abgestimmt sind.
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