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Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbj (11. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570225976
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11
Jahren
Alle denken, Max wäre ertrunken. Nur
seine beste Freundin Charlie glaubt das nicht. Schließlich war sie
dabei, als er am Mühlsee ins Wasser sprang. Sie allein weiß, was
genau dort passiert ist. Unheimliche Wesen haben ihn in eine andere
Welt entführt! Aber Charlie kann Max in ihren Träumen sehen und sie
ist überzeugt, sie muss nur seinen Spuren folgen, um ihn nach Hause
zu holen. Und so folgt Charlie ihnen, selbst über die Grenzen dieser
Welt hinaus – ins Schattenland …
Autor
Jonathan Stroud wurde in Bedford
geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten
eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz
dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den
gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von
London.

Berühmt wurde er durch seine weltweite
Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus,
dessen Abenteuer in »Das Amulett von Samarkand«, »Das Auge des
Golem«, »Die Pforte des Magiers« und »Der Ring des Salomo«
erzählt werden.

Das im hübschen eisblau gehaltene
Cover spiegelt den Inhalt des Klappentextes sehr schön wider. Ein
Mädchen im roten Kleid ist am Wasser und sammelt bzw. sucht etwas,
über ihr Äste der Bäume, in denen Vögel sitzen.
Besonders der obere Teil ist sehr
prägnant im Buch vertreten. Am Anfang eines jeden Kapitels wird
diese Grafik aufgegriffen und rahmt den Kapitelanfang ein. Was auf
dem Cover noch recht freundlich wirkt, bekommt im Buch durch den
schwarzen Druck ohne leuchtend blauen Hintergrund einen düsteren
Charakter, was sich in meinem Fall auch auf die Lesestimmung und die
Erwartung an das Buch ausgewirkt hat.
Beim Anblick des Covers und des
Klappentextes habe ich eine Fantasygeschichte erwartet, gespickt mit
einer Portion Witz und dem Charme, den Stroud einfach versteht
weiterzugeben.
Ich habe zwischen diesen Buchdeckeln
zwar nicht gefunden, was ich zu finden gehofft hatte, bin aber
keineswegs enttäuscht darüber.
Deutlich düsterer als ich es für ein
Buch welches 11 jähriegen Kindern empfohlen wird erwartet hätte
begleiten wir Charlie auf der Suche nach Max. Da sie ihren Freund in
ihren Träumen sehen kann, versucht sie auch auf dieser Ebene mit ihm
in Kontakt zu treten und ihn zurück nach Hause zu holen.
Die Charaktere sind überzeugend, ihre
Trauer und Verzweiflung fast greifbar und die Handlungen, besonders
von Charlie sind nachvollziehbar und sehr emotional aufgearbeitet.
Selbst ich musste an einigen Stellen die ein oder andere Träne
verdrücken, obwohl ich der Altersempfehlung schon viele Jahre
entwachsen bin. Ein Grund dafür war auf jeden Fall der starke Bezug
zur Realität, der die ganze Geschichte wesentlich nahbarer macht als
es das Thema auf Fantasyebene geschafft hätte
Wie schon erwähnt dreht sich in „Die
Spur ins Schattenland“ vieles um Trauer, Trauma und Tod.
Und hier muss ich noch einmal auf das
empfohlene Lesealter zurück kommen. Für ein Kind, das sich kürzlich
mit solchen Themen auseinandersetzen musste könnte dieses Buch -auch
aufgrund des starken Bezuges zur Realität- emotional zu viel sein.
Um da auf Nummer sicher zu gehen würde ich persönlich ein Lesealter
von 13 Jahren empfehlen. Wobei ich nicht ausschließen will, das es
sicher auch Kinder mit 11 Jahren gibt, die diesem Buch gewachsen
sind.
Da Sterben und damit verbundene Themen
nie nur eine einzelne Person betreffen sondern auch eine große Rolle
im Leben der Familien der Trauernden spielen ist Stroud der Balance
zwischen den Empfindungen von Charlie und ihrer Familie sehr gerecht
geworden und beleuchtet so durch den stetigen Perspektivenwechsel
zwischen Charlie und ihrem Bruder Jason sowohl die Gefühle des
trauernden Mädchens als auch die des Bruders, der sich um seine
Schwester sorgt, die sich immer mehr zu distanzieren scheint.
Auch die Eltern handeln menschlich.
Vielleicht nicht immer mit den richtigen Mitteln aber sehr
authentisch, da sie nach jedem Strohhalm greifen um ihrer Tochter aus
der Trauer zu helfen.
Bei allem, was an „Die Spur ins
Schattenland“ anders war als erwartet gibt es doch etwas, das sich
wie erhofft finden lässt:
Strouds grandiose Fähigkeit eine
Geschichte aufzugreifen und sie emotional und packend zu erzählen.
Wie schon bei anderen Büchern von Jonathan Stroud war der
Schreibstil bildgewaltig und mitreißend. Wer vielleicht schon die
Bartimäus-Reihe gelesen hat, weiß bestimmt, was ich meine.

Wie immer habe ich euch mal die Leseprobe rausgesucht, falls ihr neugierig geworden seid.

Zum Ende hin fehlen mir zwar ein paar
Antworten, um die Geschichte wirklich zu einem perfekten
Lesevergnügen zu machen und lässt man die Altersempfehlung und den
erwarteten Fantasy-Charakter einmal außen vor hat der Autor hier
ganze Arbeit geleistet.
Daher kommt auch die Bewertung, die ich
für „Die Spur ins Schattenland“ habe:
Als Empfehlung für ein 11 jährieges
Kind gebe ich 3 Sterne, da ich glaube viele Kinder sind noch nicht
reif genug für eine solch emotionale Geschichte.

Ab 13 würde ich solide 4 Sterne geben,
da das Buch Trauer von verschiedenen Seiten beleuchtet und es gute
Lesestunden bereitet.  

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