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Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Edition Takuba; Auflage: 1074 (1. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981666755
ISBN-13: 978-3981666755

Was passiert mit einem jungen Menschen, den plötzlich
unkontrollierbare Schmerzen heimsuchen? Wenn diese Schmerzen das
Leben so sehr dominieren, das sie nur mit Sex und Drogen für einen
Moment erträglich scheinen?
Der 15 jährige Alex Magnusson lebt genau dieses Leben, bis er
letztlich seinem Drogenkonsum erliegt und in die Psychiatrie kommt.
Hier beginnt er ein neues Leben: mit dem Schmerz und viel Sport.

Mit 260 Seiten gehört „Mein Leben davor“ zu den Büchern, die
man schnell weglesen kann, auch der Schreibstil, der den Leser
einfach mitreißt trägt dazu bei, sich hier ganz schnell zu
verlieren und kaum zu merken, wie die Seiten dahinfliegen.

Besonders gefällt mir die Weiterentwicklung Alex´die man am
Schreibstil bzw. der Wortwahl des Schriftstellers gut erkennen kann.
Anfangs werden oft Schimpf- bzw. Fäkalworte eingebaut, die für
einen Jugendlichen normal sind. Im Laufe des Buches verlieren sich
diese allerdings, was den Alterungs- und Reifeprozess des
Protagonisten deutlich erkennen lässt.

Ganz anders als bei der Länge des Buches ist es bei der
eigentlichen Geschichte, die man nicht vergisst, sobald man das Buch
beendet hat. Mit Alex durchlebt man viele Stationen seines Lebens,
ist ganz nah dran, während er älter wird und fühlt die
Hilflosigkeit an der er fast zu zerbrechen droht. Auch die
Erzählperspektive der Ich-Form trägt dazu bei von Anfang an mitten
im Geschehen zu sein. Der Schmerz, den der junge Mann empfindet ist
allgegenwärtig und so realistisch, das man ihn fast selber spürt.

Die Charaktere -vor allem aber Alex selber- sind gut ausgearbeitet
und in ihrem Handeln nachvollziehbar. Der Protagonist gehört ehr zu
den Einzelgängern, hat wenige Freundschaften und nutzt Frauen als
Mittel zum Zweck. Mir persönlich hat sich immer wieder die Frage
aufgedrängt, in wie weit seine Krankheit ihn zu dem Menschen geformt
haben. Wie wäre es Alex wohl ohne den Kopfschmerz ergangen?

Passend zum Inhalt kommt das im Edition Takuba erschienene
Hardcover daher. In edeler Hochglanzoptik sieht man auf dem
Schutzumschlag die Beine eines Läufers, dessen Hintergrund im Nebel
zu verschwinden scheint. An seiner Seite fallen einige Rosenblätter.
Ein wirklich zum Inhalt stimmiges Cover, wie mir beim Lesen immer
bewusster wurde.

„Mein Leben davor“ ist eine wirkliche Leseempfehlung für
jeden, der sich ein Buch mit starker Story sowie einem Protagonisten
wünscht, der sich wirklich weiterentwickelt.

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